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Innovationsteam zusammenstellen: 5 Erfolgskriterien

Erfolgreiche Startup-Investoren investieren in zweiter Linie in gute Ideen. In erster Linie investieren sie in gute Teams. Doch was macht ein gutes Innovationsteam eigentlich aus? Und wie kann man als Unternehmen ein Team zusammenstellen, das perfekt für Innovation geeignet ist?

Wie stellt man ein erfolgreiches Innovationsteam zusammen?

Die gute Nachricht. Nicht nur Startups haben erfolgreiche Teams. Und erfolgreiche Startup-Teams sind sicher nicht eins zu eins auf etablierte Unternehmen übertragbar. Anders gesagt lautet die Antwort natürlich wie immer:

It depends. Es kommt darauf an.

Das ist als Antwort natürlich nicht genug. Sieht man davon ab, dass jedes Team anders ist und nicht jedes Team für alles geeignet ist, dann gibt es trotzdem wichtige Regeln für Innovationsteams.

1. Freiwilligkeit als Basis für das Innovationsteam

Warum ist Freiwilligkeit für Innovation entscheidend? Weil Motivation wichtiger ist als Expertise. Das Innovationsteam sind nicht die besten 4 Entwickler, die ohnehin schon immer zusammen abhängen und wilde Ideen schmieden. Innovation findet dort statt, wo Altbekanntes aus einer neuen Perspektive betrachtet wird.

Wie findet man Freiwillige für das Innovationsteam? Sind nicht alle sowieso mit Tagesgeschäft überlastet?

Diese Sorge haben viele Unternehmen. Grundlos. Eine Innovation ist ein großes Vorhaben. Etwas wirklich Anderes und Neues. Richtig kommuniziert ist es etwas, wonach sich viele die Finger lecken. Endlich etwas Spannendes vorantreiben und nicht immer nur dasselbe machen. In der Regel hat man mehr Interessenten als man braucht. Das erfordert natürlich eine geschickte Auswahl.

2. Teammitglieder aus verschiedenen Abteilungen also “cross-funktional”

Silos aufbrechen. Oft gehört, immer noch aktuell. Erfolgreiche Innovationen erfordern die Einbindung des gesamten Unternehmens. Die Idee will schließlich nicht nur erdacht, sondern auch erfolgreich produziert, verpackt, abgerechnet, vertrieben und durch die gesamte Supply Chain und Wertschöpfungskette in die Profitzone getragen werden.

Können diese Abteilungen wirklich alle etwas zu Innovation beitragen?

Hintergrund der abteilungsübergreifenden Zusammenstellung ist nicht der Abteilungsbeitrag zur bahnbrechenden Idee. Es geht darum, die Abteilungsinteressen zu wahren und Perspektiven einzubeziehen. Nur so wird die Innovation am Ende von allen getragen und versandet nicht durch aktiv oder passiv blockierende Unternehmensbereiche.

3. Vielfältigkeit der Kulturen, Professionen und Geschlechter

Keine Zusammensetzung ist für Innovation so ineffektiv wie ein gleichgeschlechtliches Team. Das gilt sowohl für rein männliche als auch ausschließlich weibliche Personengruppen. Das ist also die leichteste Dimension um Vielfalt im Team zu schaffen. Und die wichtigste. Divers sollte die Gruppe dann auch zusätzlich in den folgenden Dimensionen sein:

  • beruflicher und Bildungshintergrund (keine reinen Ingenieurs-Teams!)
  • kulturelle Hintergründe (Nationalitäten, Religionen, …)
  • Vielfalt der primären Verhaltensmuster in Gruppen und Handlungspräferenzen (z.B. Teamrollen nach Belbin, Rangdynamik nach Schindler, Myers Briggs Type Indicator MBTI, Big Five, etc.)
  • Generationen und Altersklassen

Geht das nicht alles sehr langsam, wenn so viele unterschiedliche Geister zusammenarbeiten? Verlangsamen Kommunikationsbarrieren nicht den Fortschritt? Innovation muss doch auch schnell sein.

Wenn Du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn Du weit gehen willst, gehe gemeinsam

Es stimmt also. Heterogene Innovationsteams sind langsamer als eine Gruppe gleichgesinnter, bereits eingeschliffener Teammitglieder. Meist würde man einen Kompromiss wählen. Beim Innovationsteam nicht. Hier ist das Ziel, Neuartiges zu schaffen. Da lohnt es sich, zeitaufwändige Reibungen wirklich zu nutzen. Das Früchte sind tatsächlich neuartige Ansätze und Lösungen. Und die Chance auf echte Innovation. Nicht nur “drei Prozent schneller und zwei Prozent billiger”.

4. Kompakte Teamgröße mit 4 bis 7 Teammitgliedern

Kleine Teams sind schneller als große. Große Teams decken mehr Expertise ab als kleine. Welche Teamgröße für Innovation?

If you can’t feed a team with two pizzas, it’s too big (Jeff Bezos)

Mit empfohlenen vier bis sieben Teammitgliedern ist das perfekte Innovationsteam eher am oberen Ende der Jeff Bezoz Skala für Meeting und Teamgrößen. Und doch scheint das Innovationsteam damit klein im Vergleich mit anderen Personengruppen die im Unternehmen wichtige Vorhaben vorantreiben sollen und wollen. Doch das ist gut. Ein Team muss nicht nur richtig zusammengesetzt sein, sondern auch die Chance haben, als Team zusammenzuwachsen und größtenteils als gemeinsames Team zu arbeiten. Das wird umso schwerer, je mehr Personen Teil des Teams sind. Denn meist bleibt auch noch weiteres Tagesgeschäft im Unternehmen zu erledigen. Da zerbröckelt der Zusammenhalt schnell und die Abstimmungen werden endlos.

Aber fehlt dabei nicht die Expertise? Eine Hand voll Leute können doch nicht alle Fachthemen abdecken?

Ja, es wird Zeiten im Innovationsprojekt geben, wo zusätzliche Expertise im Innovationsteam nötig ist. Die holt sich das Team dann nach Bedarf dazu. Als Stakeholder, erweitertes Kernteam oder einfach in Form eines Experteninterviews.

5. Maximal 6 Monate Zeit für das Innovationsteam

Freiheit ist ein hoch gepriesenes Gut in der Innovation. Und Freiheit ist wichtig. Ebenso wichtig ist Limitierung. Limitierung in der Zeit hat sich besonders bewährt.

Echte Innovation zu schaffen, setzt das Innovationsteam hohen psychischen Ansprüchen und Spannungen aus.

  • Sind wir auf dem richtigen Weg?
  • Was ist wenn wir scheitern?
  • Was werden die anderen Abteilungen und Führungskräfte dazu sagen?
  • Wird sich das wirklich rechnen?
  • Müssen wir nicht endlich mal was Vorzeigbares haben?

Diese Spannungen sind wichtig. Genau dort, außerhalb der Komfortzone, entstehen Innovationen. Doch mehr als maximal sechs Monate ist dieser Spannungsbogen im Innovationsteam nicht zu halten. Wenn die ersten in die Weihnachtsferien fahren, Sommerurlaub machen, in Elternzeit gehen, die Führungskräfte wechseln, Prioritäten sich verschieben, dann zerbröckeln Motivation und Zusammenhalt.

Kann man in so kurzer Zeit wirklich etwas relevantes Neues schaffen? Ist das nicht viel zu oberflächlich?

Sechs Monate Fokuszeit sind eine ganze Menge. In dieser Zeit ist genau das zu schaffen, was nötig ist. Der feste zeitliche Rahmen gibt eine klare Richtlinie, wie tief ins Detail gearbeitet werden muss. Was zu lange dauert, muss vereinfacht, reduziert und weiter geschärft werden. Weg vom Over-Engineering, hin zu den wirklich kritischen Fragestellungen, Annahmen und Hürden. Das ist es wofür Innovationsteams aufgestellt werden. Nicht für endlose Detailarbeit.

Weitere Randbedingungen für den Teamerfolg von Innovationsteams

  • Erfahrene Teamleitung und/oder Moderation
  • ausreichend Fokuszeit für das Team (mindestens 50% oder 20 Stunden pro Woche)
  • kein Workshop-Tourismus (im Team oder draußen; keine Teilnahme nach Verfügbarkeit; wer Tuckman verstanden hat, weiß warum)
  • Freiheit in der Lösungsentwicklung ohne regelmäßige Reports- und Berichtspflichten (klare Auftragnehmer-Rolle gegenüber dem unternehmensinternen Auftraggeber; keine Befehlsempfänger)

Über TOM SPIKE

Erfolgreiche Innovation wird von unternehmensinternen Innovationsteams geschaffen. Davon ist TOM SPIKE überzeugt. Jede Unterstützung erfolgt deshalb mit starker Partizipation der Mitarbeitenden im Unternehmen. Innovationsteams sind die Helden, die Innovation möglich machen und die Innovationsstrategie des Unternehmens Realität werden lassen. TOM SPIKE steht als Guide zur Seite und unterstützt dort wo es nötig ist. Wo Erfahrungen fehlen. Wo ein Blick von außen nötig ist. Wo methodische Unterstützung weiterhilft. Ohne dem verantwortlichen Innovationsteam das Heft aus der Hand zu nehmen.

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