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Referenzen

Innovationscoaching bei der IHK Berlin

Case Study über das Innovationscoaching bei der IHK Berlin.

Fragen und Antworten mit Anne Kahnt

Anne Kahnt ist seit über 10 Jahren im Innovationsbereich aktiv. Als Mathematikerin gründete sie vor fast 15 Jahren ein Start-up in Berlin.

Als Innovation Lead ist Anne Kahnt für die Leitung und Entwicklung des Innovation Office der Industrie- und Handelskammer Berlin verantwortlich. Mit Design Thinking- und Produktmethoden werden hier neue, digitale und kundenzentrierte Produkte für Berliner Unternehmen entwickelt.

Innovation Lead Anne Kahnt ist für die Leitung und Entwicklung des Innovation Office der Industrie- und Handelskammer Berlin zuständig.

Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von IHK Berlin

Über die IHK Berlin

Die IHK Berlin ist die Organisation der Berliner Unternehmen und fördert den Wirtschaftsstandort Berlin. Zu den Dienstleistungen, die die IHK Berlin für die Unternehmen in der Region erbringt, gehören u.a. die berufliche Aus- und Weiterbildung inkl. die Durchführung der dazugehörigen Prüfungen. Die IHK Berlin verfügt über 99 stimmberechtigte Vollversammlungsmitglieder, von denen 78 Prozent aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kommen.

Im Innovation Office der IHK Berlin werden neue Angebote für Mitgliedsunternehmen in den Bereichen „Nachhaltigkeit“ und „Talente“ entwickelt.

Die IHK in Zahlen von 2022:

  • über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 5.080 aktive Ausbildungsbetriebe
  • 1.818 Teilnehmende berufliche Weiterbildung

Die IHK Berlin und Innovation: zur Ausgangslage

Die IHK Berlin nutzt bereits unterschiedliche Innovationsmethoden, wie zum Beispiel einen Design-Thinking-basierten Innovationsprozess und hypothesenbasiertes Arbeiten. Mehrere Prototypen liegen in unterschiedlichen Validierungsstufen bereits vor.

An die Entwicklung der Prototypen schließen sich nun weitere Schritte der Produktentwicklung bis zur Produkteinführung und -nutzung durch Kunden an, die im aktuellen Jahr (2023) erstmalig vom vierköpfigen Team des Innovation Offices übernommen werden.

Warum befasst sich die IHK Berlin mit dem Thema Innovation?

ANNE KAHNT

Wir haben uns als IHK Berlin dazu entschieden, dem Vorbild vieler unserer Mitglieder zu folgen, die sich mit Innovation befassen und Innovationseinheiten etablieren. Daher ist Innovation Teil unserer Strategiearbeit mit dem Ziel, die IHK Berlin zukunftsfest aufzustellen.

Ist die IHK Berlin in Bezug auf Innovation mit anderen IHKs vernetzt?

ANNE KAHNT

Bisher gilt das Regionalprinzip, d.h. jede Kammer ist für die Mitglieder der jeweiligen Region zuständig, in der sie ansässig ist. Soweit ich weiß, befassen sich auch andere Kammern wie wir mit dem Thema Innovation zur Produktentwicklung. Die IHK Berlin ist derzeit die einzige Kammer im Bundesgebiet mit einem Innovation Office, in dem sich vier Personen ausschließlich dem Thema widmen können. Ich wäre offen für mehr Austausch untereinander.

Wer ist Teil des Innovation Office-Teams?

ANNE KAHNT

Es gibt vier Stellen und aktuell drei Leute. Die vierte Innovationsmanager:in suchen wir gerade. Neben mir sind Ina Göritz und Julia Lazaro im Team. Mit Katja Steinbrück als Geschäftsführerin Organisationsentwicklung und Nachhaltigkeit sind wir auch in der Geschäftsführung der IHK Berlin vertreten.

Welche Reichweite hat das Innovationsteam innerhalb und außerhalb der Organisation?

ANNE KAHNT

Unsere Angebote werden angenommen. Man kennt uns und weiß, was wir tun. Insofern ist unsere interne Reichweite sehr hoch. Wenn Kolleginnen und Kollegen ganz neu sind, ist es wahrscheinlich nicht das erste Thema, mit dem sie in Berührung kommen, aber wir haben z.B. ein monatliches Format für den Wissenstransfer zu Trends oder Methoden, zu dem alle eingeladen sind, und womit wir eine sehr gute Reichweite erzielen. So werden z.B. alle zu einem Blick hinter die Kulissen bei uns eingeladen.

Außerhalb der Organisation schätze ich unsere Reichweite als Innovation Office wesentlich geringer ein. Wir sehen unseren Auftrag darin, neue Produkte zu entwickeln, diese an die Kunden zu bringen, und dafür zu sorgen, dass diese auch genutzt werden. Wir stellen dabei aber nicht voran, ob es sich um ein Produkt handelt, das die IHK Berlin schon lange im Angebot hat, was auf eine klassische Art und Weise entstanden ist, oder ob es vom Innovation Office erstellt wurde.

Die meisten Unternehmen erfahren von unserer Innovationsarbeit in einem 1:1-Kontakt, wenn wir z.B. Interviews führen, und die dann sagen: „Ich wusste gar nicht, dass die IHK Berlin sowas macht. Ich freue mich auf diese Art und Weise beteiligt zu werden und einen Blick in den ‚Maschinenraum‘ zu bekommen“. Diese Überraschung trifft mit Sicherheit auch auf andere Angebote zu, die die Kammer anbietet.

Was sind die übergeordneten Ziele der IHK, und was sind Ihre Ziele in Bezug auf Innovation?

ANNE KAHNT

Die übergeordneten Ziele im Sinne der Aufgaben sind vorgegeben. Ein wesentliches Ziel ist es, näher an die Mitglieder heranzurücken, die Bekanntheit unserer Angebote zu steigern, „Fans“ unter den Mitgliedern zu gewinnen. Als „Stimme der Wirtschaft“ gehört zu unseren Aufgaben vor allem die wirtschaftspolitische Interessenvertretung, wobei wir hier nicht auf einzelne Branchen oder Unternehmen schauen, sondern immer den gesamten Wirtschaftsstandort betrachten.

Als Teil der Wirtschaftsverwaltung liegt die Betreuung der dualen Ausbildung in unseren Händen. Zusätzlich bieten wir wie jede Kammer Weiterbildungen und kostenlose Services an und legen einen sehr großen Fokus auf die Ausgestaltung dieses Serviceteils. Unsere größtenteils kostenlosen Angebote sollen gerne genutzt werden. Als Innovation Office-Team ordnen wir uns hier ein, indem wir innovative Produkte beisteuern, die zu einer besonderen Reichweite und Nutzung beitragen

Vor welcher Herausforderung stehen Sie gerade im Innovationsentwicklungsprozess?

ANNE KAHNT

Wir stehen vor den typischen Herausforderungen, vor denen ganz viele stehen: die Auswahl der richtigen Themen und Bedarfe, oder auch den richtigen Fokus zu setzen, womit man sich in der Innovationsarbeit beschäftigt. Ein weiteres Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen, ist die Schnelligkeit bzw. die Geschwindigkeit der Umsetzung. Hinzu kommen alle Fragestellungen, die Innovation inhärent sind: Mache ich weiter oder breche ich ab? Und man will natürlich an den richtigen Stellen investieren.

Was sind die aktuellen Innovationsziele?

ANNE KAHNT

Digitale Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen bei den Themen Fachkräfte und Nachhaltigkeit entwickeln, und die Bekanntheit und die Nutzung dieser Angebote zu steigern. Dabei wollen wir schnell sein. Wir wollen es richtig machen. Und wir wollen bei jedem Schritt die richtige Entscheidung treffen für das Erreichen von Nutzungen der Produkte. Das steht derzeit ganz oben, auf unserer Strategie-Agenda.

Wir haben uns vorgenommen, unseren Prozess im Innovationssinne bestmöglich zu befolgen. Das heißt: Alles ist möglich. Die Ziele orientieren sich daran, was in unserem Innovationprozess gerade erforderlich ist. Konkret bedeutet das: Wenn es erforderlich ist, etwas direkt an den Markt zu bringen, dann ist das unser Ziel. Wenn etwas genauer zu untersuchen ist, dann ist eben dieses Ziel zu verfolgen. Wenn wir etwas abbrechen sollten, dann tun wir das.

Welches Produkt entwickeln Sie aktuell für welche Kunden?

ANNE KAHNT

Die IHK-Kundenprodukte sind sehr divers. Im Servicebereich sind es klassischerweise kostenlose Service-, Beratungs- oder Dienstleistungsangebote. Ein aktuelles Beispiel für ein Innovation Office-Produkt ist die IHK-Checkliste Wissenssicherung, die in Unternehmen eingesetzt werden kann, wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, sei es, weil sie in Rente gehen oder den Arbeitsort wechseln.

Das ist kein Service, den wir durchführen, sondern ein komplett digitales Angebot. Die Checkliste befähigt Unternehmen diese Wissenssicherung selbst durchzuführen.

Woher wissen Sie, dass die Kunden das Produkt wollen, brauchen und nutzen werden?

ANNE KAHNT

Wir finden das über unseren Innovationsprozess heraus. Wir identifizieren Kundenbedarfe über Kundeninterviews, in deren Verlauf wir u.a. auch die Größe oder Dringlichkeit erfassen.

Wir berücksichtigen die identifizierten Kundenbedarfe während des gesamten Produktentwicklungsprozesses, und holen zusätzlich Kundenfeedback ein. Die Kundengespräche versuchen wir möglichst breit zu streuen, sprechen allerdings ausschließlich mit Unternehmen, die Kontakt zur IHK Berlin haben.

Aus dem Kundenfeedback leiten wir auch weitere Experimente ab. Einige begeisterte Nutzer der Checkliste Wissenssicherung haben sich z.B. als Testimonial angeboten. Mit diesen Testimonials konnten wir ganze Branchen ansprechen und leichter erreichen.

Müssen Sie als Innovationsteam intern andere von Ihren Innovationsideen überzeugen?

ANNE KAHNT

Teils teils. Der Teil der Rückendeckung überwiegt gerade total. Intern haben wir mehrere Innovation Office-Modelle bereits durchgeführt. Momentan ist es gerade so, dass wir teamintern miteinander arbeiten, und damit im Innovationsprozess (fast) unabhängig von allen anderen internen Playern sind.

Aus den Fachbereichen gibt es natürlich Ideen oder von der Geschäftsführung strategische Vorschläge, was wir als Innovation Office umsetzen könnten. Hier gilt es dabei zu bleiben, was die Kunden sagen, und unsere Ziele damit abzugleichen.

Im Großen und Ganzen sind wir gut aufgestellt und auf die Gesamtstrategie der IHK ausgerichtet.

Warum haben Sie sich für ein externes Innovationscoaching entschieden?

ANNE KAHNT

Tatsächlich ist es so, dass das Thema Innovationsgeschwindigkeit für uns eine Rolle spielt, und wir uns hierfür ein externes Sparring gewünscht haben. Von den Grundlagen und Prozessen her, ist zwar extrem viel verfügbares Wissen vorhanden, das man aber immer wieder an die eigenen Gegebenheiten adaptieren muss.

Von der externen Innovationsberatung bzw. dem Innovationscoaching haben wir erwartet, dass wir schneller zu Verbesserungen kommen und die Sprünge von mal zu mal größer werden, indem wir nicht jede Entdeckung selbst machen müssen, sondern diese durch die Außenperspektive direkter geliefert bekommen.

Zudem soll uns der externe Blick vor „Innovation Office“-Betriebsblindheit schützen. Man sieht ja manchmal den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht. Dieser Austausch ist für uns besonders wertvoll.

[Anm.: TOM SPIKE steht für strukturierte Innovation. Dazu gehört es, zu Beginn eines jeden Innovationsprojektes, die Art von Innovation weise auszuwählen und auf eine gute, gemeinsame Basis mit dem Innovationsteam und der Unternehmensführung zu stellen. Eine ausgezeichnete Grundlage hierfür bietet z.B. das zweitägige Basecamp für Innovation. Ein Innovationsworkshop, der die Betrachtung aller Innovationsarten (Geschäftsmodell, Technologie, Produkt, Prozesse & Services) gleichermaßen zulässt.]

Welche Bestandteile des Coachings haben am meisten geholfen?

ANNE KAHNT

Fragen stellen zu können, wie z.B.: „ist das normal oder geht das anderen auch so? Oder, ist das etwas, was nur wir problematisieren, und es ist eigentlich gar kein Problem?“.

Die Vorschläge konkreter Mechaniken hat uns sehr dabei geholfen unserer Innovationsaufgaben zu systematisieren, wie z.B. Prozessschritte oder Vermarktungsaktivitäten. Vor allem deshalb, weil wir gezeigt bekommen haben, was wir wo für Planung, Steuerung oder Optimierung anwenden können.

Haben Sie im Coaching Überraschungen erlebt?

ANNE KAHNT

Ja, total. Wir haben z.B. unser Ziel geschärft und daraufhin das Thema der Nutzungen (unserer Services) ganz nach oben gestellt und geprüft, was sich daraus ableitet sowie die daraus resultierenden erforderlichen Änderungen vorgenommen. Des Weiteren haben wir geprüft, wie wir die Zielgröße effizient definieren können, um z.B. die Umsetzungshürden zu verringern.

Wo befinden Sie sich derzeit im gesamten Innovationsprozess?

ANNE KAHNT

Das Projekt IHK-Checkliste Wissenssicherung haben wir erfolgreich abgeschlossen. Für ein anderes Projekt haben wir den Prototypen validiert, und überprüft, ob der geplante Umfang des Prototyps dem Bedarf entspricht und in dieser Größenordnung sein muss. Daher werden wir die Kunden erneut befragen, um dann über den nächsten Schritt entscheiden zu können.

Was sind Ihre Top 3-Ergebnisse?

  • Wir haben weitere wertvolle Stärken im Team erkannt
  • Wir haben gelernt, dass Innovation nicht vorhersehbar ist. Sie erfordert andere Planungsaktivitäten als alle anderen Bereiche.
  • Auch wenn Innovation viele Fragen aufwirft, Innovation tut der gesamten Organisation gut. In der Langzeitwirkung hat die IHK Berlin enorm profitiert.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Heute schon das Produkt von morgen kennen

Der Innovationsworkshop Zeitmaschine fokussiert vollständig auf Foresight für längerfristig wirksame Innovationsstrategie und valide Vorausschau für Produktvisionen.

 

Eindrücke von der Master Class Innovation, Berlin 2022:

Feedback: Was Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Industrie, Technologie und Wirtschaft über die Master Class sagen…

 

SIE HABEN FRAGEN?

Wirtschaftsingenieurin, Innovationsexpertin und TOM SPIKE-Geschäftsführerin Nina Defounga hat die Antworten.

Schreiben Sie gerne eine E-Mail an: n.defounga[at]tomspike.com.

Hier finden Sie weitere Termine rund um Innovations-Themen, -Methoden und -Erfolgsprojekte von TOM SPIKE.

 

Ihr Ansprechpartner bei TOM SPIKE

Nina Defounga

030 – 89 64 72 09

n.defounga@tomspike.com