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Was Ist TRIZ? Eine Kurze Einführung

Was ist TRIZ? Eine kurze Einführung

TRIZ steht als Abkürzung für den russischen Begriff des erfinderischen Problemlösens.  Der federführende Entwickler von TRIZ war Genrich Altschuller (1929 – 1998), Patentingenieur der russischen Armee. Er hat Erfindern geholfen, Ihre Patente zu schreiben und beim Patentamt einzureichen.

Als junger Mann hatte Genrich Altschuller zusammen mit Kollegen schon selbst Patente entwickelt. Er war also schon immer von Neuem und Problemlösen fasziniert. So war er auch neugierig zu erfahren, wie denn die Erfinder Ihre Aufgaben meistern. Also hat er die Erfinder immer wieder gefragt, wie sie denn auf die Lösung des zum Patent eingereichten Problems kamen: „Wie habt Ihr das gemacht?“

Keine Ahnung, ich habe es einfach erfunden!

Er bekam oft diese, keine oder nur unzureichende Antworten. Während Ihrer Arbeit an Patenten hatten Altschuller und sein Kollege Shapiro erkannt, dass sich Lösungsansätze wiederholen. Dass Erfinden ein wiederholbarer und reproduzierbarer Vorgang ist. Altschuller und Shapori nennt man heute auch die „Väter von TRIZ“. Shapiro hatte sich in späteren Jahren aus der Entwicklung zurückgezogen. So wird heute oft nur noch Altschuller genannt.

Die aufgestellten wissenschaftlichen Hypothesen – z.B. dass Problemlösen immer ähnlich abläuft – wurden danach über Jahre durch Analyse von Patenten wissenschaftlich untermauert.

Ein russisches Patent hat – wie jedes andere Patent der Welt folgende Struktur:

  1. Beschreibung Stand der Technik
  2. Die entwickelte Lösung
  3. Mit der Lösung verbundene Schutzansprüche.

Einen entscheidenden Unterschied der russischen Patente gab es jedoch: Eine einseitige Zusammenfassung des Patents. Durch diese Zusammenfassung mit der beschriebenen Struktur, war die Analyse einer großen Anzahl von Daten mit überschaubarem Aufwand möglich. Aus den Patentanalysen hat Altschuller mit seinen Kollegen „Muster“ extrahiert, wie Erfinder Probleme beschreiben und wie sie diese Probleme lösen.

Erfindungen wurden nach dem Prinzip von maximalen Nutzen bei vergleichbarem geringen Lösungsaufwand ausgewählt. Diesem Kriterium konnten nur Patente genügen, die zur Überwindung des Problemes vorhandene Widersprüche gelöst haben. Somit wurde einer der wichtigsten Grundsätze der Innovationsmethode TRIZ festgelegt:

Das Lösen eines Widerspruches führt zu hochwertigen Erfindungen!

Dieses Modellieren eines Problems in Form eines Widerspruches ist das Kernelement von TRIZ  und auch die Voraussetzung für das Anwenden der TRIZ-Werkzeuge und das Finden einer guten Lösung. Kein Kompromiss, sondern ein Fortschritt durch Auflösung eines vorhandenen Systemkonflikts.

Das Ergebnis der Arbeit von Altschuller und seinen Kollegen und Unterstützern sind Beschreibungen von generischen Lösungen, welche wiederholt erfolgreich angewandt wurden, um diese Widersprüche zu beseitigen. Diese Lösungen sind die heute bekannten „erfinderischen Prinzipien. Heute nutzt man 40 erfinderische Prinzipien, auf die man jede technische Erfindung und Innovation zurückführen kann. Geordnet nach der Häufigkeit der Anwendung für eine gegebenen Widerspruch bilden sie die Altschuller-Matrix.

Die Matrix hilft, allgemeingültige Lösungen zu finden, die bereits viele Erfinder benutzt haben um technische Widersprüche zu lösen: Das erstes Werkzeug des klassischen TRIZ ist geboren.

Zusammenfassend gibt es drei Haupt-Axiome in TRIZ:

1. TRIZ Axiom: Ein System entwickelt sich nach bekannten Gesetzmäßigkeiten.

Ein Beispiel hierzu ist die Entwicklung historischer Steinwerkzeuge. Diese Entwicklung erfolgte – unabhängig von Kultur- auf der ganzen Welt ähnlich und nach bestimmten Mustern. Diese Muster sind in den „Gesetzmäßigkeit der Evolution der technischen Systeme“ beschrieben.

2. TRIZ Axiom: Erfolgreiche Weiterentwicklungen lösen Widersprüche zwischen Systemparametern.

Die Beschreibung einer Problemsituation erfolgt in TRIZ durch die Definition eines vorhandenen Widerspruchs. Fällt es schwer ein Widerspruchsmodell zu erstellen, besteht oft keine Relevanz für die Anwendung von TRIZ.
Definitionen von Widersprüchen:

  • Technischer Widerspruch besteht wenn sich zwei verschiedene Parameter widersprechen z.B. die Höhe gegen das Gewicht (etwas soll hoch sein aber leicht).
  • Physikalischer Widerspruch z.B. Temperatur soll hoch sein und klein – ein Parameter sollte gleichzeitig zwei Zustände haben.

3. TRIZ Axiom: Das Problem ist unter gegebenen Bedingungen mit vorhandenen Ressourcen zu lösen.

TRIZ unterstützt somit die Nachhaltigkeit von Lösungen. Eine gute Lösung im Sinne von TRIZ nutzt vorhandene Ressourcen in bestem Maße und erzeugt keine unnötige Komplexität. Im Fokus steht also immer eine konkrete, spezifische Situation.

Innerhalb des TRIZ-Wissensbasis gibt es folgende Werkzeuge:

  • Erfinderischen Prinzipien um technische Widersprüche zu lösen
  • Separationsprinzipien zur Lösung von physikalischen Widersprüchen
  • Die Altschuller Matrix um passende Prinzipien zu typischen Widersprüchen zu finden

Auf den Werkzeugen aufbauend gibt es Methoden, eine Folge von einzelnen Werkzeugen oder Schritten. Die Methoden stellen strukturierte Verfahren zur Verwendung der TRIZ-Wissensbasis dar. Folgende Methoden wurden über die Jahre entwickelt:

  • Substanz-Feld-Analyse zusammen mit den erfinderischen 76  Standards.
  • Verschiedene Versionen des „Algorithmus des erfinderischen Problemlösen“ ARIZ.

Übrigens, wenn ich als Innovationsberater heute frage – „Wie erfinden Sie denn?“, und die befragten Personen mir das nicht genau erklären können, dann fällt mir Genrich Altschuller ein. Er hatte das wohl ähnlich erlebt.

Funktioniert erfinden auch ohne Struktur?

Aber ja, Erfinden ohne Struktur funktioniert ja meist auch. Zum großen Teil mit hohem Aufwand und langer Lösungsfindung. TRIZ und andere Vorgehensweisen strukturierter Innovation helfen, dass sich der Erfolg wesentlich schneller und effektiver einstellt. Unabhängig von Geistesblitzen genialer Erfinder.

Heute wird TRIZ weltweit erfolgreich eingesetzt um neue Produkte, Patente und Innovationen zu entwickeln. Whitening Stripes zur Zahnbleiche sind nur ein Beispiel. Thomas Nagel, erfahrener Anwender und Trainer für strukturierte Innovation, führt im Rahmen der  Trainingsreihe „Strukturierte Innovation“ auch in die Grundlagen von TRIZ ein.

Sie wollen komplexe technische Probleme schneller lösen und fortschrittlichere Erfindungen schaffen? Werkzeuge und Methoden zu TRIZ sind auch Bestandteil der Innovations-Roadmaps, die einen klaren Leitfaden für erfolgreiche Innovation liefern.  Kontaktieren Sie uns gerne unter 030 – 60 98 49 02 87, oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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