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Ideation Workshop Mit Crossfunktionalem Team Und Papier-Prototyp - TOM SPIKE

Ideation Workshop – Wie Profis überragende Ideen entwickeln

Wenn guter Rat teuer ist und Ideen rar sind, dann kann ein Ideation Workshop Abhilfe schaffen. Ideation ist ein Synonym für Ideenentwicklung oder Ideenfindung. Dabei muss es nicht immer um Lösungen gehen. Oft sind ganz andere Ideen gefragt.

Diese 7 Fragen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg des Ideation Workshops

1. Was ist das Ziel des Ideenworkshops?

„Ideen“ natürlich. So viel ist klar. Doch welche Ideen werden gesucht? Ist eine Innovation das Ziel? Oder reichen ein paar Optionen für die Weihnachtsfeier? Typischerweise werden in Ideation Workshops folgende Typen von Ideen gesucht:

  • Problem-Ideen
    Wobei könnten wir dem Kunden oder der Zielgruppe helfen? Welche Bedürfnisse haben Priorität? Wer könnte ungelöste Herausforderungen haben? Welche Branchen wollen wir durchleuchten?
  • Lösungs-Ideen
    Wie kriegen wir ein erkanntes Problem beseitigt? Kann es eine Lösung geben oder ist die Idee eine Sackgasse? Mit technischer Lösung oder als geschicktes Geschäftsmodell?
  • Visions-Ideen
    Was könnte es sein, dass uns gemeinsam antreibt? Was wird die Zukunft wohl bringen? Wie kann man sich eine ideale Welt vorstellen?
  • „What-if“-Ideen
    Man könnte doch vielleicht … daraus müsste sich doch was machen lassen? Was wäre wenn wir …? Hat schon mal jemand versucht …?

Ein klares Zielbild ist wichtig. Auch eine Erwartung an die Zahl der Ideen hilft zur Orientierung. Nur mit der richtigen Fragestellung kann ein Ideation Workshop seine Wirkung entfalten. Sonst dreht sich das Team schnell im Kreis. Schlagabtausch, Ratlosigkeit, Frust. Und die Erkenntnis „beim nächsten Mal bitte ohne mich“.

Wenige gute Ideen sind besser als viele schlechte Ideen. ‚Je mehr Ideen je besser‘ war gestern.

Tipp: Beispiele mitbringen. Zwei Beispiele für Ideen, die als Lösung akzeptabel wären. Und zwei Beispiele, die nicht akzeptabel wären. Dazu ein paar gute Antworten, was gut oder schlecht daran ist. Eine kurze Vorbereitung, die Wunder wirkt.

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2. Wer ist im Workshop dabei?

Die Anzahl der Teilnehmer sollte richtig gewählt sein. Zu wenig Teammitglieder im Ideenworkshop und man dreht sich schnell im Kreis. Zu viele Teilnehmer heißt: Viel wird angerissen, nichts zu Ende gedacht. Vier bis sieben Teilnehmer sind gut. Je vielfältiger, je besser. Für einen erfolgreichen Ideation Workshop sorgen folgende Dimensionen:

  • Beruflicher Hintergrund
    Vom Geisteswissenschaftler bis zum Handwerker, vom Naturwissenschaftler bis zum Betriebswirt und vom Azubi bis zum Akademiker darf gerne alles dabei sein.
  • Mischung der Geschlechter
    Eine gleichgeschlechtliche Gruppe entwickelt häufig eine schwer kontrollierbare Eigendynamik. Das gilt für reine Männergruppen ebenso wie für reine Frauengruppen.
  • Unterschiedliche Charaktere
    Egal ob Belbin Teamrollen, Myers Briggs (MBTI), TMS, HATS, Big 5 oder Introversion und Extrovertiertheit. Homogenität reduziert die Vielfalt.
  • Altersklassen
    Unterschiedliche Generationen bringen verschiedene Erfahrungen und Präferenzen mit. Das ist gut.

Vielfältige Teilnehmer sorgen für vielfältige Ideen. Zusätzlich ist wichtig: Wer wird die Idee später verkaufen und vertreten? Dafür ist es wichtig, Multiplikatoren und Meinungsführer frühzeitig einzubinden.. Die perfekte Mischung ist schwer zu finden. Besonders wenn auf Freiwilligkeit im Team geachtet wird. Was dringend empfohlen ist.

Manchmal ist das Team besser, wenn man der stärkste Spieler auf die Bank sitzt.

Tipp: Ein Vier-Augen-Gespräch um Kandidaten für den Ideenworkshop zu sichten. Damit lassen sich Motivation, Stimmung und Beitrag zum Thema gut abschätzen. Außerdem reduziert es die Anwärmphase im Ideenworkshop und kommt schneller in den Arbeitsmodus.

3. Wer moderiert den Ideation Workshop?

Gute Ergebnisse brauchen Moderation. Ein guter Moderator oder eine gute Moderatorin im Ideation Workshop bringt mindestens folgende Eigenschaften mit:

  • Erfahrung in der Moderation
    Eine Moderationsausbildung muss nicht zwingend sein. Ein umfangreicher Erfahrungsschatz in der Moderation von Ideenworkshops reicht auch. Ganz ohne Moderationserfahrung wird das für beide Seiten kein Spaß.
  • Sachverstand zum Thema
    Wer moderiert, muss kein Fachexperte im Thema sein. Aber mitreden zu können ist schon erforderlich. Erstens um Glaubwürdigkeit unter den Teilnehmern zu haben. Und zweitens, um Nebelgranaten von konstruktiv-kritischen Beiträgen zu unterscheiden.
  • Neutralität
    Im Ideenworkshop sind alle gleich. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis gibt es natürlich trotzdem Führungskräfte, Rookies, Selbstdarsteller und Klüngel. Ein paar unausgewogen positive Bemerkungen und die Glaubwürdigkeit des vermeintlich neutralen Moderators ist schnell dahin.
  • Inspiration
    Die ersten Ideen sind keine Hürde. Spannend wird es erst, wenn alle ausgebrainstormt sind. Dann muss die Moderation für weiteren Anschub sorgen. Ideation heißt ja nicht, nur das einzusammeln, was ohnehin schon bekannt ist. Neues Denken ist gefragt. Da ist häufig eine gute Portion Inspiration für das Team nötig.
  • Konfliktfähigkeit
    Ideenworkshops sind keine Kuscheltreffen. Nur wer kreative und destruktive Kräfte bändigen kann, hat die Chance das Team ans Ziel zu führen. Dazu gehört auch, ein paar Reibereien auszuhalten.

Manchmal sitzt das Budget für eine professionelle Moderation nicht locker. Dann kann ein Erfahrungsträger aus anderen Bereichen des Unternehmens ein Ausweg sein. Kostenfrei, neutral und trotzdem mit dem nötigen Stallgeruch der Branche. Das Risiko, dass der Ideenworkshop scheitert, sollte nicht eingegangen werden. Ist ein Thema erst einmal verbrannt, lässt es sich schwer wieder zum Leben erwecken.

Scheitern ist erlaubt. Aber nicht wegen falscher Vorgehensweisen oder vorhersehbarer Versäumnisse.

Tipp: Bei größeren Gruppen, kontroversen Themen, eingefahrenen Situationen und hochrangingen Teilnehmern hilft eine gut abgestimmte Doppelspitze in der Moderation.

4. Wo findet der Workshop statt?

Zuerst die Antwort, wo der Workshop nicht stattfinden soll: Im täglichen Arbeitsumfeld, also im Büro! Mit hereinschneienden Kollegen, Projektordnern in der Ecke und grauen Tischen auf grauem Teppich. Das Umfeld entscheidet über Fokus, Ablenkung und Inspiration. Und eben dafür ist das alltägliche Büro-Umfeld ziemlich die schlechteste Wahl. Die Location sollte folgende Bedingungen erfüllen:

  • Neues Umfeld für alle
    Eingefahrene Gewohnheiten führen zu eingefahrenen Gedanken. Wer neues sieht, kann leichter Neues denken. Ein Tapetenwechsel hilft.
  • Keine Ablenkung durch Daily Business
    Abschottung von Störung durch Kollegium, Termine, Störgeräusche. Je nach Anspruch an die neuen Ideen, vielleicht sogar zeitweise ohne Zugriff auf Telefon und Internet.
  • Inspiration für die Teilnehmer
    Hier unterscheiden sich die Teilnehmer. Während Ingenieure vorwiegend durch Technik zu inspirieren sind, hilft bei Kreativ-Designern häufig Spärlichkeit und viel „weiße Wand“. Pflanzen und Natur sind immer eine gute Wahl. Vor allem sollte es Dinge zum Anfassen geben. Das befördert das Denken mit den Händen.
  • Flexibilität der Location
    Keine Location ist perfekt. Der Raum muss also anpassbar sein, um für die Teilnehmerzahl, die Vorgehensweisen und für die Zielstellung geeignet ist. Fest verschraubte Tische sind ein klares Warnsignal.

Raus aus der Komfort-Zone: Wer immer das gleiche sieht, kommt immer auf die gleichen Gedanken!

Tipp: Hochglanz-Umgebungen und perfekte Designer-Locations vermeiden. Das sieht zwar schön aus, lädt aber nicht zum Anpacken ein. Lieber Arbeitsatmosphäre, zusammengestückeltes Mobiliar, Vielfalt und Überraschungen. Perfektion schafft Barrieren.

5. Welche Tools werden im Ideation Workshop eingesetzt?

Brainstorming ist immer die erste Schritt. Es ist das einfachste Ideation-Werkzeug. Und manchmal reicht das schon aus. Doch meist ist klar, dass Brainstorming alleine nicht weiter bringt. Dann ist es wichtig, die richtigen Werkzeuge einzusetzen. Mögliche Ansätze sind:

  • Design Thinking
    Gut einsetzbar, wo sich Zielgruppen beobachten und Interviewen lassen.
  • Erfinderisches Problemlösen TRIZ
    Gut geeignet, wo technische Komplexität vorherrscht.
  • Klassische Kreativitätsmethoden
    Insbesondere geeignet für „What-if“-Ideen und Ideen, die keinen hohen Ansprüchen genügen müssen.
  • Patterns, Beispiele & Transfer
    Ebenfalls geeignet für „What-if“ Ideen. Außerdem zur Inspiration weniger erfahrener Ideenentwickler.

Trotz bester Werkzeuge bleiben Menschen menschlich. Die Scheuklappen werden zurückkehren und die psychologische Trägheit wird Ideen beschränken. Auch dafür gilt es Werkzeuge im Köcher zu haben. Mister Negativ, die rote Ja-Aber-Karte und regelmäßige Warm-ups gehören auf jeden Fall in die Toolbox.

A fool with a tool is still a fool. Werkzeuge ersetzen das Denken nicht.

Tipp: Den Ideenworkshop vordenken. Beispielsweise mit dem Moderator und ein bis zwei Experten. So wird schnell klar, welche Antworten sowieso kommen, wo es schwierig wird, und welche Werkzeuge griffbereit dafür griffbereit sein sollten.

6. Wie werden Ideen im IDeenworkshop bewertet?

Alle Ideen sind gut. Doch nicht alle Ideen sind unmittelbar brauchbar. Wie lassen sich Ideen effektiv bewerten? Eine gute Ideenbewertung erfüllt folgende Bedingungen:

  • Würdigung des Ideengebers
    Der Ideengeber wird nicht vor den Kopf gestoßen. Sonst wird er sich hüten, nochmals kontroverse Ansätze zu äußern.
  • Zielorientierung der Bewertung
    Eine Idee ist nur im Bezug auf das Ziel gut, schlecht oder belanglos. Ob die Idee an anderer Stelle wertvoll sein kann, steht zunächst nicht im Vordergrund.
  • Entwicklungsperspektive der Idee
    Eine rohe Idee bleibt eine rohe Idee. Erst in der Weiterentwicklung steckt das Potenzial für bahnbrechende Erfolge. Entwicklungspotenziale sind daher entscheidend für eine gute Ideenbewertung.
  • Objektivität der Bewertung
    Eine nachvollziehbare Bewertung schafft Glaubwürdigkeit in der Organisation. Sonst besteht die Gefahr, dass die Bewertung in Frage gestellt und über den Haufen geworfen wird.
  • Beständigkeit der Kriterien
    Noch drei Monate nach dem Ideation Workshop muss nachvollziehbar sein, warum eine Idee ausgesiebt wurde. Sonst geht das Spiel schnell wieder von vorne los.

Wurde bei Frage 1 „Was ist Ziel des Ideenworkshops?“ nicht sauber gearbeitet, muss man jetzt Weltformeln, Wünsche für den Kantinenspeiseplan und Hosenknöpfe bewerten. Keine leichte Aufgabe.

Große Köpfe diskutieren Ideen; durchschnittliche Geister diskutieren Ereignisse; kleine Geister diskutieren über Menschen [Eleanor Roosevelt]

Tipp: Gute Bewertungskriterien verbinden zweierlei. Erstens Kriterien, die sich beim bearbeiteten Thema bewährt haben. Kein Ideenworkshop wird zum ersten Mal gemacht. Es gibt immer schon Referenzwerte wie man bestimmte Arten von Ideen bewertet. Und Zweitens: Unternehmensindividuelle Kriterien. Darin spiegeln sich Ziele, Präferenzen und politische Stimmungen des Unternehmens wider. Nur die Kombination dieser beiden Hälften schafft ein solides Ergebnis.

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7. WeR Setzt die IDee nach dem Ideation Workshop um?

Die Idee ist nur Mittel zum Zweck. Die Umsetzung ist das, worauf es ankommt. Doch warum stellen wir uns die Frage nach dem Umsetzer bereits im Workshop? Weil Ideen sind, wie anderer Leute Urlaubsbilder. Was den Urheber begeistert ist für viele andere meistens nicht mehr als belanglos. Am Besten wird die Umsetzung also direkt im Ideenworkshop mitgedacht. Was sollte der Umsetzer oder die Umsetzerin mitbringen sollte:

  • Überzeugung von der Idee
    An die Idee zu glauben, ist essenziell. Mittelmäßiges Commitment ist der beste Garant dafür, dass die Idee versandet.
  • Ausdauer bei der Bearbeitung
    Schnelle Begeisterung führt oft zu noch schnellerer Gleichgültigkeit. Ausdauer, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit machen aus Ideen Wirklichkeit.
  • Breite Unterstützung in der Organisation
    Einzelkämpfer haben es schwer. Nur wer auf breite Unterstützung im Unternehmen zählen kann, wird es schaffen, Ideen tatsächlich zu realisieren.
  • Erfahrung beim Ideen umsetzen
    Es gibt immer ein erstes Mal. Eine Glanzleistung ist das erste Mal eher selten. Besonders wichtig, wenn aus der Idee schnell und sicher ein Erfolg werden soll.

Ideen sind wertlos so lange niemand das Risiko eingeht, sie umzusetzen.

Tipp: Freiwilligkeit ist die beste Grundlage für erfolgreiche Umsetzung. Eine begeisternde Beschreibung des Vorhabens ist eine gute Werbung und schafft Aufmerksamkeit. Im Zweifel sollte der der Ideengeber immer den Vortritt haben. Gerne mit einem Team aus weiteren, überzeugten Mitstreitern.

 

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Henryk Stöckert

Unternehmer & Innovationsberater. Ist überzeugt von wiederholbarem Innovationserfolg. Sieht Lottogewinn, Voodoo und Bällebad nicht als ausreichende Strategie. Weiß, dass Innovation ein Marathon ist, und Markterfolg das einzige relevante Erfolgskriterium.

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