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EXIST Team Im Büro Arbeitet Am Ideenpapier Für Das Gründerstipendium - TOM SPIKE

EXIST Ideenpapier – Erfolgreich zum Gründerstipendium

Top-Ideen aus der Wissenschaft können erfolgreiche Startups werden. Dabei unterstützt das Förderprogramm EXIST. Der Antrag für das Gründerstipendium beinhaltet das EXIST Ideenpapier. Dieses Ideenpapiert ist ein erster Businessplan für die Gründungsidee. Tatsächlich sieht das BMWi zweierlei Routen in die Welt der EXIST-Förderungen vor:

1. EXIST Gründerstipendium für den Startup Business Plan
Maximal knapp 150.000 Euro können Gründer bekommen, um den Business Plan für Ihre Geschäftsidee zu schreiben. Dahinter stecken drei Gehälter für 12 Monate und etwas Budget für Sachmittel und Coaching.

2. EXIST Forschungstransfer für F&E-Arbeiten
Hier sind 250.000 Euro in der ersten Förderperiode möglich. In einer zweiten Förderperiode sind nochmal 180.000 Euro möglich. Sinnvoll ist der Forschungstransfer, wenn noch umfangreiche F&E-Tätigkeiten nötig sind, bevor eine Vermarktung realistisch möglich ist.

Drei wichtige Hürden zum EXIST Gründerstipendium

Der Antrag auf das EXIST-Gründerstipendiums sollte gut vorbereitet sein. Denn falls weniger als die Hälfte der notwendigen Punkte geholt werden, ist ein zweiter Antragsversuch meist nicht möglich. Zugleich steigt die Anzahl der Anträge.

  • Hürde #1: Ein Team muss her
    Gefördert werden maximal drei Personen. Ein Gründungsteam zusammenstellen ist ein Herausforderung. Das Team braucht fachliche Kompetenzen, persönliches Matching und die Bereitschaft der Teammitglieder, die Querelen einer Gründung und Förderung auf sich zu nehmen.
  • Hürde #2: Ein Lehrstuhl als Unterstützer und Antragsteller
    Den Antrag stellt nicht das Gründungsteam, sondern ein Lehrstuhl. Über den Lehrstuhl fließen auch die Fördergelder an das Team. Grundsätzlich haben Hochschulen und Forschungsinstitute ein Eigeninteresse, EXIST-Stipendien zu unterstützen. Die richtige Wahl zu treffen bleibt dennoch kritisch. Im perfekten Fall kommen fachliche Unterstützung, räumliche Nähe und verträgliche Mindsets und Werte zusammen.
  • Hürde #3: Das Ideenpapier
    Die Geschäftsidee ist in Form eines 25-seitigen Ideenpapiers gefordert. Dies beinhaltet das innovative Produkt, etwas Hintergrundinformation und einen ersten Business Plan, wie das Vorhaben marktfähig und tragfähig werden soll.

Ideenpapier – Schnell zum Erfolg 

Macht nicht jeden Fehler selbst: Meist zahlt die Hochschule die Unterstützung für Euer EXIST Ideenpapier sogar vollständig.

Tipps für alle, die sich ohne Beistand am EXIST Ideenpapier versuchen wollen

Häufige Fragen rund um das Ideenpapier:

  • Gibt es eine Vorlage für das Ideenpapier, auch Ideenskizze genannt?
  • Welche formellen und inhaltlichen Anforderungen müssen Antragsteller erfüllen?
  • Nach welchem Bewertungsraster bewerten die Gutachter das EXIST Ideenpapier?
  • Welcher Aufwand ist realistisch für ein erfolgreiches Ideenpapier?

Der erste Entwurf

Der erste Entwurf des Ideenpapiers ist selten ein Erfolg. Das ist weder schlimm, noch verwunderlich. Schließlich seid Ihr Wissenschaftler und noch keine Unternehmer. Daher ähnelt das Ideenpapier zunächst eher einem Scientific Paper als einem überzeugenden Business Plan. Aber Moment mal: Ist der Business Plan nicht das finale Ziel des EXIST Gründerstipendiums? Und jetzt soll das Ideenpapier bereits einen Business Plan enthalten? Ähm, ja! Genau! Struktur, Aufbau und Inhalt des Ideenpapiers sind letztlich identisch mit dem des angestrebten Business Plans. Die Details und der Grad der Validierung, Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe sind natürlich im Ideenpapier weitaus geringer als im finalen Business Plan.

Typische Fehler im EXIST Ideenpapier

1. Die Executive Summary ist keine Zusammenfassung, sondern eine Einleitung

Ein Fehler, den auch Scientific Papers häufig haben. Nur da stört es meist niemanden.

TIPP fürs Ideenpapier: Das Ideenpapier ist kein Thriller. Also bitte kein Spannungsbogen. Eine gute Executive Summary verrät alle relevanten Eckpunkte.

2. Um irgendetwas zu verstehen, muss man erst mal alles gelesen haben

Am besten zwei bis drei mal. Bei hochwissenschaftlichen Themen ist das meist als „geht halt nicht anders“ akzeptiert. Obwohl es nicht stimmt. Für das EXIST Gründerstipendium, wie auch für jeden anderen Business Plan, ist das ein echter Erfolgskiller.

TIPP fürs Ideenpapier: Jeder Akademiker und jede Akademikerin sollte in der Lage sein, das Ideenpapier ohne größere Probleme zu verstehen. Begleitet eine Person beim Lesen des Ideenpapiers und notiert, an welcher Stelle der Verständnisfaden abreißt. Dort ist die erste Baustelle.

3. Es gibt viele Floskeln und Buzzwords und wenig Quantifizierung

Aussagen wie „… zahlreiche Zielgruppen haben Bedarf an zukunftsfähigen Lösungen wie …“ oder „… schließlich sind Blockchain und bionische Mikrochips die Zukunft …“ schaden mehr als sie nutzen. Das EXIST Ideenpapier soll belegen, dass das Gründerteam eine klare Vorstellung davon hat, wie eine wissenschaftliche Idee wirtschaftlich realisiert werden kann. Schwammige Verallgemeinerungen belegen eher das Gegenteil.

TIPP fürs Ideenpapier: Erste Hand Kundeninterviews wirken wunder. Einige gezielte Gespräche mit künftigen Anwendern und Käufern schaffen eine gute Basis zur Quantifizierung. Mit oder ohne LOI.

4. 90% der echten Inhalte sind technische Details, Features und Auswertungen

Es sollten eher nur zehn Prozent sein. Viel wichtiger sind die Fragen „Wer braucht das?“, „Wer realisiert das?“ und „Warum schafft Ihr das und alle anderen nicht?“ Die technische Lösung steht dafür tatsächlich eher im Hintergrund.

TIPP fürs Ideenpapier: Die technischen Details sind nicht das wichtigste Erfolgskriterium. Ein gutes Ideenpapier kommt größtenteils mit einem „Black Box Produkt“ aus. Übt Euch in dieser Black Box Denke. Das hilft im Ideenpapier und weit darüber hinaus.

5. Der Text besteht aus Copy-Paste-Elementen der veröffentlichten Paper der letzten 5-10 Jahre

Das merkt man an Doppellungen, uneinheitlichen Begrifflichkeiten und am fehlenden roten Faden. Effizienz und Wiederverwendung sind sicher eine gute Idee. Manchmal ist das Ergebnis jedoch besser, wenn man noch mal neu überlegt, was man eigentlich ausdrücken möchte. Und schneller ist man dann auch noch. Dennoch: ein schneller Copy-Paste-Entwurf ist immer noch besser, als wochenlang vor dem leeren Blatt Papier zu sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange.

TIPP fürs Ideenpapier: Jeder Absatz hat eine Botschaft. Schreibt neben jeden Absatz die zu vermittelnde Botschaft. Damit wird sofort klar, was überflüssig ist, was doppelt ist und die Reihenfolgen nicht passen.

6. Zu viel Text

Die Vorgabe für das EXIST Ideenpapier sind 25 Seiten. Hart verbindlich ist das nicht. Aber die Erfahrung zeigt, dass es sich lohn, dieses Limit ernst zu nehmen. Weil das die Erfolgschancen steigert. Und weil es wichtig ist, Dinge auf den Punkt zu bringen. Doch der erste Entwurf hat meist doppelt so viel Umfang und nur 25% der notwendigen Inhalte.

TIPP fürs Ideenpapier: Wiederverwendung ist ein schönes Konzept. Es klingt nach Effizienz. Vergesst die Wiederverwendung bis ein schlüssiger roter Faden steht. Erst dann falls nötig Textbausteine wiederverwenden.

Typische Schwachstellen im EXIST Ideenpapier am Beispielkapitel „Wettbewerber“

Meistens steht im EXIST Ideenpapier bei Wettbewerb so etwas wie:

Wir sind einzigartig und es gibt keinen Wettbewerb. Unsere Technologie ist überlegen und vor einzigartig weil (… Aufzählung hoch-wissenschaftlicher, technische Details …).

Es ist naheliegend, dass Gründer das denken. Schließlich wird von allen Seiten eingebläut, dass das die Überzeugung sein muss. Besonders wenn es um den Investoren-Pitch geht. Eine Überzeugung die sicherlich die Motivation stärkt und das Team vorantreiben kann. Doch eine Ebene tiefer muss das Gründerteam natürlich besser Bescheid wissen. Denn diese platt formulierte Botschaft sagt nichts anderes als:

Wir haben uns nicht ernsthaft mit anderen Marktteilnehmern beschäftigt. Unsere Selbstüberzeugung geht langsam in Selbstüberschätzung, Arroganz und Verblendung über. Die Realität wird uns erwischen wie ein kalter Schlag in den Nacken.

Die Aussage, die eigentlich vermittelt werden soll ist vielmehr:

Wir wissen, was auf dem Markt passiert, welche Alternative die Kunden in Betracht ziehen und warum wir trotzdem eine Chance haben werden.

Tatsächlich notwendige Inhalte Im Kapitel „Wettbewerber“ des Ideenpapiers

A. Das Problem ist real

Deshalb suchen die Kunden nach Lösungen. Die existierenden Lösungen sind Workarounds, die den Schmerz lindern, aber das Problem nicht zufriedenstellend beseitigen. Eine Quantifizierung ist häufig schwierig aber immer möglich und argumentativ an dieser Stelle unschlagbar. Wie groß ist das Problem und wie gut lösen bisherige Versuche das Problem?

B. Heutige Lösungen haben eine Daseinsberechtigung

Die existierenden Lösungsversuche und etablierten Wettbewerber haben Stärken in den Bereichen a, b und c. Diese Stärken können beispielsweise der Preis, etablierte Kundenbeziehungen, Effizienz der Problemlösung, Integration in bestehende Arbeitsprozesse, hoher Bekanntheitsgrad, technische Reife oder einfache Handhabung sein.

C. Unser innovatives Produkt hat spezielle Stärken

Der im Ideenpapier beschriebene Ansatz ist überlegen in den Punkten x, y und z. Eine Lösung, die allen Alternativen in allen Punkten überlegen ist, wirkt unrealistisch. Und ist es meist auch. Die Verlockung, absolute Überlegenheit zu suggerieren ist vermutlich ebenso gefährlich, wie das eigene Licht zu sehr unter den Scheffel zu stellen und Vorteile nicht klar zu benennen.

D. Wir wissen, in welcher Nische wir erste Erfolge erzielen können

Insbesondere in den folgenden Anwendungsfällen und Zielgruppen sehen wir daher große Erfolgschancen…

E. Bilder sagen mehr als tausend Worte

Hier bietet sich eine Darstellung auf zwei Achsen an. Die beiden Achsen können wichtige Entscheidungskriterien aus Sicht des künftigen Kunden sein. Oder wichtige Aspekte der Marktsegmentierung aus Sicht des künftigen Unternehmens.

TIPP fürs Ideenpapier: Versteht den Begriff „Wettbewerber“ nicht als „andere Unternehmen, die eine vergleichbare technische Lösung anbieten“. Viel wichtiger ist, welche Anbieter und Lösungen aus Sicht des Kunden Alternativen darstellen. Dazu gehörten auch unvollständige oder schlechte Alternativen.

Formale Hintergründe zum EXIST Gründerstipendium und EXIST Forschungstransfer liefert das BMWi.

TOM SPIKE begleitet etablierte Industrieunternehmen und Startups zu erfolgreichen Produkten und Geschäftsmodellen der Zukunft. Als erfahrene Innovationsberatung mit industrieübergreifender Erfahrung verbinden wir zwei wichtige Erfolgsfaktoren: Detailexpertise in technischen Disziplinen und den nötigen Abstand und Weitblick für Strategien und Geschäftsmodelle. Besonders im B2B- und Industrie- und Technologiesektor pflegen wir ein exzellentes Kontaktnetzwerk.

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Henryk Stöckert

Unternehmer & Innovationsberater. Ist überzeugt von wiederholbarem Innovationserfolg. Sieht Lottogewinn, Voodoo und Bällebad nicht als ausreichende Strategie. Weiß, dass Innovation ein Marathon ist, und Markterfolg das einzige relevante Erfolgskriterium.

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