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4 effektive Methoden der Ideenfindung

„Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert.“ Dieses Zitat wird Thomas Alva Edison zugeschrieben. Einem Mann, der in seinem Leben über 1000 Patente angemeldet hat, darunter das für die Glühbirne. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass Innovation keine Frage des einen genialen Einfalls ist, der plötzlich auftaucht und sofort als die beste Idee des Lebens wahrnehmbar ist. Vielmehr ist es ein Numbers Game. Gerade bei der Ideenfindung steht zu Beginn erstmal Quantität vor Qualität. Gefiltert wird später.

Ein großes „Aber“ sei hier dazu gleich vorweggenommen: einfach nur viele Ideen zu sammeln, beispielsweise über ein Online-Tool, bei dem Mitarbeiter ihre Ideen einreichen können, bringt niemanden weiter. Viele Ideen sind nur dann gut, wenn es ein Verfahren gibt, wie damit umgegangen wird. Einfaches Einsammeln von immer mehr Vorschlägen führt nur dazu, dass die Ideengeber frustriert werden, wenn es niemals zu einer Umsetzung oder Rückmeldung kommt. Deswegen sind diese Methoden der Ideenfindung und Weiterverarbeitung so entscheidend. Wenn ein Rahmen feststeht, kann aus einer (von vielen) Ideen eine echte Innovation werden.

Wie funktioniert Ideenfindung?

Nur, wie funktioniert das? Wie können wir, gerade im Team, beispielsweise das Heer der Bedenkenträger stoppen, das gerne jedes Ideenpflänzchen sofort mit harscher Kritik zertritt? Die Innovationsphase der Ideenfindung bedarf besonderer Regeln, damit Ideen eine Chance bekommen, gesehen zu werden. Mögen Sie am Anfang noch so verrückt klingen. Werden viele davon verrückt und nicht umsetzbar bleiben? Ja! Auf jeden Fall! Aber damit die eine Idee, die sich auf den zweiten und dritten Blick als echte Innovation herausstellt, über den zarten Status des Schösslings hinauskommt, braucht es Regeln und Methoden, wie Ideen entwickelt und behandelt werden. Unter Anleitung eines erfahrenen Trainers und im Team gut umgesetzt, kann aus der gemeinsam genutzten Innovationskraft etwas ganz Neues entstehen. Unsere Kunden nutzen diese Methoden beispielsweise in den Bereichen „Erweiterung des Geschäftsmodells“, „Umschichtung des Personals“ oder „Weiterentwicklung von Kundenfeedback“.

Ideenfindung braucht eine gute Anleitung

Nur, wie funktioniert das? Wie können wir, gerade im Team, beispielsweise das Heer der Bedenkenträger stoppen, das gerne jedes Ideenpflänzchen sofort mit harscher Kritik zertritt? Die Innovationsphase der Ideenfindung bedarf besonderer Regeln, damit Ideen eine Chance bekommen, gesehen zu werden. Mögen Sie am Anfang noch so verrückt klingen. Werden viele davon verrückt und nicht umsetzbar bleiben? Ja! Auf jeden Fall! Aber damit die eine Idee, die sich auf den zweiten und dritten Blick als echte Innovation herausstellt, über den zarten Status des Schösslings hinauskommt, braucht es Regeln und Methoden, wie Ideen entwickelt und behandelt werden. Unter Anleitung eines erfahrenen Trainers und im Team gut umgesetzt, kann aus der gemeinsam genutzten Innovationskraft etwas ganz Neues entstehen. Unsere Kunden nutzen diese Methoden beispielsweise in den Bereichen „Erweiterung des Geschäftsmodells“, „Umschichtung des Personals“ oder „Weiterentwicklung von Kundenfeedback“.

 

1. Die „Ja, aber – Ja, und“-Methode

Jeder kennt sie. Die Menschen, die auf jede noch so kleine neue Idee mit einem „Ja, aber …“ antworten. Noch bevor man den Satz beendet hat, fällt ihnen etwas ein, das dagegenspricht. Bei der „Ja, aber – Ja, und“-Methode handelt es sich um eine Assoziationsmethode, die den lähmenden Einfluss einer solchen „Ja, aber“-Diskussion auf Ideenfindung zunächst erfahrbar macht. Im Anschluss bietet sie eine Lösung an, wie diese Killerphrase bewusst aus dem Spiel genommen wird. Dafür braucht es eine klare Fragestellung. Beispiele hierfür sind: „Wie erreichen wir, dass der Akkustaubsauger bei gleicher Saugleistung 15 Min länger saugt?“, „Wie können wir auch Führungspositionen im Jobsharing anbieten, ohne das die Qualität der Arbeit darunter leidet?“ oder „Inwiefern können wir Influencer in unsere neue Kampagne einbinden?“

Ablauf

Schritt 1: Der Moderator bildet kleine Gruppen von 4-5 Personen, die sich im Raum verteilen

Schritt 2: Eine Testaufgabe, die nichts mit der eigentlichen Fragestellung zu tun hat, wird für alle sichtbar aufgeschrieben. Beispiel „Planen Sie eine Reise von Berlin zum Mond“.

Schritt 3: Die Testaufgabe wird in drei Phasen umgesetzt. Jede Phase dauert ca. 5 Minuten

  • Phase 1: der erste in der Gruppe macht einen Vorschlag, wie die Reise beginnen kann. Ab dann wird reihum in der Gruppe ergänzt. Jede Ergänzung muss mit der Phrase „Ja, aber…“ beginnen.
  • Zwischenphase: Der Moderator befragt die Gruppe, bis wohin sie mit ihrer Reise gekommen sind.
  • Phase 2: Gleiche Testaufgabe, anderer Vorschlag des ersten Sprechers. Danach muss jede Ergänzung mit der Phrase „Ja, und“ beginnen (Diese Phase wird deutlich dynamischer ablaufen als die erste Phase)

Schritt 4: In einer kurzen Feedbackrunde berichten die Teilnehmer ihre Erfahrungen mit den unterschiedlichen Phasen der Ideenfindung während der Testaufgabe.

Schritt 5: Unter Ausnutzung der entstandenen Erkenntnis und des Schwungs wird nun die eigentliche Problemstellung mit der „Ja, und“-Methode bearbeitet. ACHTUNG: Zur eigentlichen Fragestellung erfolgt KEINE „Ja, aber“-Runde.

Ergänzungen statt Erwiderungen bei der Ideenfindung

Besonders vorteilhaft an dieser Methode ist, dass sie den negativen Einfluss der Phrase „Ja, aber“ auf humorige Art und Weise verdeutlicht. Ein Eindruck, den viele Teilnehmer auch in spätere berufliche Situationen mitnehmen werden. Zudem fördert sie die Wertschätzung von Ideen Einzelner in der Gruppe, da es nicht zu Erwiderungen, sondern immer zu Ergänzungen der vorangegangenen Idee kommt. Dies schwächt gleichzeitig die Angst vor Kritik und Zurückweisung der eigenen Idee und begünstigt das aktive Zuhören. Eine einseitige Bewertung wird verhindert.

Eine Herausforderung liegt darin, ein zu starkes Abschweifen vom eigentlichen Thema in den „Ja, und“-Runden zu verhindern. Hier kommt es auf einen guten Moderator an, der bei den verschiedenen Gruppen reinhören sollte, um gegebenenfalls korrigierend einzugreifen. Natürlich ohne den Innovationsfluss im Gespräch abzuwürgen.

Die Methode eignet sich besonders für Themen im Unternehmen, die neuen Schwung benötigen, bzw. bei denen es schon länger keine Weiterentwicklung gab. Sie funktioniert sowohl im Produkt, als auch im Dienstleistungsbereich. Gleichzeitig fördert sie die Kreativität und Perspektivwechsel im Team. Gerade Mitarbeitende mit eher festgefahrenen Denkstrukturen können davon profitieren, da die Methode auf humorvolle Art das Ausbrechen aus diesen Mustern unterstützt und Ideenfindung erleichtert.

 

2. Die SCAMPERR-Methode – Ideenfindung für bestehende Produkte/Prozesse

Die SCAMPER-Methode arbeitet mit einer Checklistentechnik. Sie eignet sich besonders gut dafür, laterale Denkprozesse (Denken ohne vorgegebenes Ziel) in Gang zu bekommen. Nach und nach werden gedanklich verschiedene Elemente eines Produktes oder Prozesses ausgetauscht, verändert, weggelassen oder ergänzt. Durch die verschiedenen Blickwinkel auf ein und dasselbe Produkt werden Kreativität und innovative Ideenfindung befördert. So können auch innovativ ungeübte Teams gut in die Weiterentwicklung von Produkten oder Prozessen reinkommen und signifikante Ergebnisse hervorbringen.

Ablauf

Schritt 1: Der Moderator verteilt die Checkliste. Nachdem alle Teilnehmer Zeit hatten, diese durchzulesen, erklärt er die einzelnen Punkte und beantwortet Fragen.

Schritt 2: Im Anschluss stellt der Moderator das zu bearbeitende Problem vor. Dies kann ein Produkt oder Prozess sein, welches die Teilnehmer anhand der Checkliste modifizieren sollen.

Schritt 3: Nun folgt die Bearbeitung der Liste einzeln oder in kleinen Teams. Hierfür sollte der Moderator ausreichend Zeit einräumen. Manchmal dauert es etwas, bis sich die Teilnehmer an die neue Denkweise gewöhnen.

Schritt 4: Der Moderator sammelt die Ergebnisse ein und bespricht sie mit allen Teilnehmern.

Checkliste

Abkürzung Englisch Bedeutung
S Substitue Ersetze – Komponenten, Materialen, Personen, Abläufe
C Combine Kombiniere – Vermische mit anderen Zusatzfunktionen oder Aggregaten, überschneide mit Service, integriere Funktionalität
A Adapt Ändere ab – Verändere Funktionen, verwende ein Teil eines anderen Elements, einer Baugruppe, eines Aggregats, eines anderes Ablaufs, einer anderen Methode
M Modify Steigere oder vermindere – Größe, Maßstab, verändere Gestalt, variiere Attribute (Farbe, Haptik, Akustik, Geschmack, Geruch, etc.)
P Put (to another use) Finde weitere Verwendung(en) – Finde anderen Zusammenhang zur Nutzung, formuliere den Anwendungsbereich um
E Eliminate Entferne Elemente, Komponenten, Teile eines Ablaufs – Reduziere auf Kernfunktion, vereinfache
R Rearrange Setze neu zusammen – setze vorhandene Komponenten und Prozesse neu zusammen
R Reverse Kehre um, stülpe das Innere nach außen – Stelle Nutzung auf den Kopf, finde entgegengesetzte Nutzungen

Neue Perspektive auf etablierte Produkte/Prozesse

Durch diese Herangehensweise können Kreativblockaden verkürzt bzw. gelöst werden. Gerade wenn ein Team es gewohnt ist, mit lang etablierten Produkten oder Prozessen zu arbeiten, kann der Blick durch die SCAMPERR-Brille helfen, eine neue Perspektive darauf zu bekommen. Aus der gedanklichen Weiterentwicklung eines Produktes/Prozesses können so auch neue Produkte/Prozesse entstehen. So kann das Team Hürden und Grenzen im Unternehmen herausarbeiten, die bis dahin vielleicht nicht einmal aufgefallen waren. Neuartige Lösungswege werden möglich. Durch den von der Liste vorgegebenen roten Faden ist ein zu weites Abschweifen vom eigentlichen Thema unwahrscheinlich.

Herausfordernd an der Vorgehensweise kann für das Team sein, dass die Liste anfangs als zu abstrakt empfunden wird, so dass es etwas dauert, bis Ergebnisse kommen. Der Moderator sollte jedoch die Arbeit mit der Liste nicht zu früh beenden! Hartnäckigkeit lohnt sich an dieser Stelle. Zudem ist die SCAMPERR-Methode nicht gut für große Gruppen geeignet, da sonst das Zusammenfassen der Ergebnisse zu unübersichtlich wäre. Maximal 20 Personen sind sinnvoll.

Die SCAMPERR-Methode kann sehr umfassend eingesetzt werden und ist deswegen eine sehr wertvolle Methode, für die Ideenfindung und -weiterentwicklung. Bei der „Untersuchung“ eines Produkts mit SCAMPERR können beispielsweise völlig neue Nutzungsweisen erschlossen werden. Genau so gut kann ein Vertriebsprozess unter die Lupe genommen werden, ein Ablauf im Unternehmen sicherer gestaltet oder Einsatz von bestimmten Marketinginstrumenten kritisch hinterfragt werden. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass ein Objekt existiert, auf das SCAMPERR angewendet wird. Deswegen ist die Methode nicht geeignet für Entwicklung völlig neuer Ansätze, beispielsweise eines Markennamens.

 

3. Brainwalking – Ideenfindung im Laufschritt

Die Methode des Brainstorming ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Methoden der assoziativen Ideenfindung. Das Brainwalking knüpft eng daran an, verbindet aber Bewegung mit den Denkprozessen. Das bekannte Phänomen des genialen Einfalls beim Joggen, im Supermarkt oder dem Spaziergang ist sicher jedem schon einmal begegnet. Kreative Denkprozesse laufen in Kombination mit körperlicher Bewegung anders ab als im Sitzen. Die Methode des Brainwalking ist aufwändiger als reines Brainstorming, kann aber zu unerwartet guten Ergebnissen führen.

Ablauf

Schritt 1: Pro 2 bis 3 Teilnehmer wird ein Flipchartpapier aufgehängt. Auf jedes Blatt wird die gleiche Aufgabenstellung geschrieben (Variante: es gibt verschiedene Aufgabenstellungen pro Blatt, bzw. je zweimal die gleiche Aufgabenstellung geschickt im Raum verteilt).

Schritt 2: Die Teilnehmer notieren in den ersten Minuten spontane Einfälle auf dem ihnen zugeordneten Papier.

Schritt 3: Die einzelnen Stationen werden von allen Teilnehmern abgeschritten und weitere Assoziationen zu den bereits aufgeschriebenen Ideen notiert, solange bis jeder einmal bei jedem Flipchartpapier war. Um die Konzentration und den Ideenfluss der einzelnen Teilnehmer nicht zu stören. sprechen diese während der Übung nicht miteinander.

Schritt 4: Es folgt die Auswertung mit 2 verschiedenen Möglichkeiten. Zunächst schneiden die Teilnehmer die Flipchartblätter  pro Beitrag mit seinen Assoziationen in Streifen und legen sie sichtbar aus.

  • Möglichkeit Cherry-Picking: Jeder Teilnehmer wählt einen Streifen aus, den er für die beste Ideensammlung hält. Gibt es mehrere Teilnehmer für einen Streifen, bilden diese eine Gruppe. Anschließend begründet der Teilnehmer/die Gruppe die Auswahl.
  • Möglichkeit Blitzsortierung: Die streifen werden ausgebreitet und von der Gruppe nach Gemeinsamkeiten sortiert. Es bilden sich nach und Nach Cluster, die mit Überschriften versehen werden können. Durch die gewonnene Übersicht können sich Cluster auch wieder auflösen und Streifen neu zugeordnet werden. Im Anschluss können Ideen weiter bewertet werden (z.B. mit der Disney-Methode)

Bewegung fördert die Ideenfindung

Bewegung und Gedankenfluss lassen sich in dieser Übung besonders gut vereinen. Die freie Assoziation von Ideen kann ganz ungestört ablaufen, „Killerphrasen“ und zu früher Kritik wirkt die Methode durch das Umherlaufen und die Ruhe entgegen. Zudem ist die sie gut für Gruppen geeignet, die eine Auflockerung brauchen, wenn beispielsweise der Rest des Seminars im Sitzen sattfindet. Sie ist gut für eine, aber auch für mehrere Problemstellungen gleichzeitig anwendbar. Besonders eher introvertierte Teilnehmer kommen hier gut zum Zug, da sie ihre Ideen nicht direkt vor der Gruppe präsentieren müssen.

Die Übung kann in einem großen Raum stattfinden, besser wäre jedoch ein ganzes Gebäude, bzw. ein Außengelände, wo der positive Einfluss der Bewegung zwischen den einzelnen Stationen besonders gut zur Geltung kommen kann. Diese Platzerfordernis kann zur Herausforderung werden. Sollte die Möglichkeit nicht geben, lohnt es sich, an dieser Stelle kreativ zu werden. Z.B. könnten die Teilnehmer jeweils eine Runde durch das Treppenhaus drehen, bevor sie zur nächsten Station im gleichen Raum gehen. Der Einbezug von ausreichend Bewegung ist sehr wichtig! Je nach Größe des Geländes hat die Übung einen recht großen Zeitaufwand. Bei der Auswertung der Antworten muss der Moderator darauf achten, dass Ideen nicht zerredet werden.

Geeignet ist das Brainwalking beispielsweise für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Durch geschickte Fragenstellung können hier durch die Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher Rollen im Unternehmen (z.B. Controller, Marketing-Experten, ITler) interessante Ideen ergeben. Eine spannende Alternative kann es sein, auch Kunden mit zu diesem Workshop zu bitten. Diese bringen weitere Perspektiven ein, die unternehmensintern nicht entstehen würden. Da die Methode recht aufwändig ist, sollte sie eher für umfassende Fragestellungen eingesetzt werden. Für kleinere spezifische Probleme ist sie eher nicht geeignet.

 

4. Die Walt-Disney-Methode

Diese Kreativmethode beherrschte der Meister der Märchenverfilmung Walt Disney angeblich in Perfektion. Sie eignet sich besonders gut, für die Bewertung und Weiterentwicklung von Ideen, die beispielsweise durch eine der ersten drei hier besprochenen Methoden, erzeugt wurde. Aber auch neue Ideen können entwickelt werden und gleichzeitig eine erste Einordnung erfahren. So kann die Spreu vom Weizen getrennt werden. Ideen werden aus drei verschiedenen Perspektiven betrachtet und bewertet. Da jeder Teilnehmer jede Perspektive einnimmt, schafft sie gleichzeitig auch mehr Verständnis innerhalb des Teams für unterschiedliche Rollen und Sichtweisen.

Ablauf

Schritt 1: Der Raum wird in drei Stationen eingeteilt. Es gibt die Träumerecke, Die Realistenecke und die Kritikerecke. Wer größeren Aufwand betreiben möchte, kann die Phantasie der Teilnehmer zusätzlich durch passende Dekoration anregen.

Schritt 2: Die Übung startet mit einer Proberunde ohne vorgegebene Aufgabenstellung. Alle Teilnehmer begeben sie gleichzeitig zu einer Station und versetzen sich in die Stimmung, die die jeweilige Rolle von ihnen erfordert. In der Träumerecke dürfen die Teilnehmer an einen wunderschönen, kreativen Moment in ihrem Leben zu denken, der einen sehr positiven Einfluss auf sie und ihre Stimmung hatte. Die Realistenecke fordert dazu auf, sich in eine Situation zu versetzen, in der sie praktisch, clever und mit einer gewissen Hands-on-Mentalität ein Problem gelöst haben. In der Kritikerecke  versetzt sich jeder Teilnehmer in einen Situation, in der er kritisch und sachlich, vielleicht auch etwas pessimistisch analysiert hat.

Kurze Pause

Schritt 3: Nun gibt der Moderator die Aufgabenstellung bekannt und die Gruppe beginnt in der

  • Träumerecke: Hier gibt es Keine Grenzen, keine Vorgaben und jeder noch so verrückte Gedanke ist zulässig. Wichtig ist, dass sich die Teammitglieder nicht gegenseitig einschränken. Lieber noch eins draufsetzen, jedoch keine Kritik äußern. Im Zweifel kann hier der Moderator lenkend eingreifen.
  • Realistenecke: Hier werden die Ideen nun auf den Prüfstand gestellt. Evtl. muss der Moderator vorher zwei bis drei Ideen aus der Träumerphase auswählen, um im Zeitrahmen zu bleiben. Mögliche Fragen:
    • Was müssen wir tun oder kommunizieren?
    • Was benötigen wir für die Umsetzung (Menschen, Material, Wissen, Techniken, etc.)?
    • Welche Grundlagen gibt es bereits?
    • Wie fühlt sich die Idee an?
    • Wie können wir den Ansatz testen?
  • Kritikerecke: Hier wird nun versucht, die Ideen aus einer kritischen Sicht heraus zu bewerten. Dabei es wichtig, dass die Kritik trotzdem konstruktiv bleibt. Im Zweifel muss der Moderator hier eingreifen, wenn die Diskussion zu sehr ins negative schweift. Mögliche Fragen:
    • Was könnten wir verbessern?
    • Welche Chancen und Risiken gibt es?
    • Was haben wir übersehen?
    • Wie denke ich über den Vorschlag?
    • Woran könnte die Idee scheitern?
    • Welche Hindernisse könnten auftauchen?

Schritt 4: Evtl. sind mehrere Durchläufe nötig, bis sich ein optimales Ergebnis einstellt.

Bestehende Ideen bewerten

Die Walt-Disney-Methode ist besonders dann wertvoll, wenn Sie bei den Teilnehmern festgefahrene Denkstrukturen lösen wollen. Da sie je nach Fragestellung sowohl zur Ideengenerierung als auch zur weiteren Einordnung bereits vorhandenen Ideen nutzbar ist, ist sie vielseitig einsetzbar und dabei für die Teilnehmer leicht verständlich und gut umsetzbar. Sie fördert die Gruppendynamik und das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Rollen in einem Unternehmen (Manager, Fachkraft, Controller, usw.).

Wichtig ist ein gut geschulter Moderator, der besonders bei einem ungeübten Team korrigierend eingreifen kann. So stellt er sicher, dass die jeweiligen Rollen nicht verlassen werden, bzw. sich die Teilnehmer nicht gegenseitig in der Ausübung der jeweiligen Rolle einschränken. Es sollte außerdem genug Zeit für diese Übung eingeplant werden, weil unter Umständen mehrere Durchgänge durch die Stationen nötig sind, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Sinnvoll ist die Walt Disney Methode besonders dann, wenn Sie bereits bestehende noch nicht weiter ausgearbeitete Ideen aus verschiedenen Perspektiven bewerten wollen. So kommt kein Bereich zu kurz und die Idee wird „auf Herz und Nieren“ getestet.

 

Das Wichtigste bei allen Methoden: ein erfahrener Moderator

Alle Methoden der Ideenfindung haben am Ende eines gemeinsam: um ein Unternehmen wirklich voranzubringen, bedürfen die vorgestellten Methoden unbedingt eines gut ausgebildeten und erfahrenen Workshop-Moderators. Gerade bei Teams, die in der Ideenfindung und -entwicklung noch unerfahren sind, ist es die Aufgabe des Moderators, die Gruppe auf Kurs zu halten. Er darf keine allzu großen Abweichungen beispielsweise von der Methode selbst oder der gesteckten Aufgabe zulassen. Gleichzeitig ist ein Gespür dafür notwendig, wann doch eine gewisse Abweichung die entscheidende Idee zu Tage fördern könnte. Damit eine ganze Gruppe verschiedener Charaktere und auch Rollen im Unternehmen dabei an einem Strang ziehen, ohne dass jemand Korrekturen durch den Moderator übel nimmt, ist viel Erfahrung notwendig. Ein unerfahrener Moderator, vielleicht auch noch gepaart mit einem neuen oder unerfahrenen Team wird sich deswegen schwertun, die gewünschten Ergebnisse zu erreichen.

Diese 4 effektiven Methoden der Ideenfindung zeigen deutlich, wie wichtig es ist, den Ideenfluss durch unkonventionelle Herangehensweise in Gang zu setzen. So produzieren die Teilnehmer zunächst eine gewisse Menge an Ideen produziert, ohne dass diese direkt unter dem Einfluss von Kritik geraten. Gleichzeitig bekommen die Ideen jedoch einen Rahmen, in dem sie nicht in einem luftleeren Raum schweben, sondern später gefiltert und weiterentwickelt werden können. Dies geschieht anhand einer anschließenden Bewertung durch Methoden wie Walt-Disney oder andere. Diese Vorgehensweise ist für die Förderung von echter Innovationskraft unerlässlich, bringt das Team enger zusammen und kann somit das Unternehmen einen großen Schritt voranbringen.

Über TOM SPIKE

Als Innovationsberatung unterstützen wir Industrie- und Technologieunternehmen dabei, neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu erdenken, umzusetzen und auf dem Markt erfolgreich zu machen. Einen dafür geeigneten Innovationsprozess zu entwickeln, ist für viele Unternehmen ein wichtiger Schritt. Damit kann wiederholbarer Innovationserfolg gewährleistet werden. Bei der Entwicklung von Innovationsprozessen folgen wir einem partizipativen Ansatz und arbeiten eng mit Experten und Führungskräften des Unternehmens zusammen. Das ist aus unserer Erfahrung ein wichtiger Garant dafür, dass der Innovationsprozess akzeptiert und tatsächlich gelebt wird. Sowohl in der Prozessentwicklung als auch bei der Begleitung von Innovationsprojekten setzen wir auf fokussierte Workshopformate.

Innovation und Mut zum Risiko funktionieren nur im Team. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.

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